Frau bleiben – auch nach der Therapie

Neben der psychischen Belastung durch die Diagnose Krebs und die anschließende Therapie ist für viele Frauen ihr verändertes Körperbild schwer zu verkraften. Haarausfall, verfrüht einsetzende Wechseljahre oder gar die Amputation der Brust machen es notwendig, sich neu mit dem eigenen Körper auseinander zu setzen. Wie jede Krebstherapie auf das individuelle Krankheitsbild zugeschnitten ist, muss auch jede Frau ihren Weg finden, sich mit ihrem neuen Körper vertraut zu machen. Dies ist ein Prozess, der oft nur in kleinen Schritten vorangeht. Vielleicht beginnt er damit, sich wieder unbefangen dem Partner zu zeigen. Am Ende steht jedoch die Überzeugung: „Ich bin derselbe wertvolle Mensch, der ich vorher war!“

Früher riet man Brustkrebspatientinnen, Anstrengungen möglichst zu vermeiden. Heute gilt: Sport stärkt die Immunabwehr und bringt Beweglichkeit wieder. Sport kann aber auch dabei helfen, Selbstwertgefühl zu vermitteln, vor allem in einer Gruppe mit anderen Betroffenen. Als unterstützende Maßnahme spielt die Physiotherapie deshalb eine wichtige Rolle innerhalb der Brustkrebstherapie. Darüber hinaus existieren mittlerweile in vielen größeren Orten spezielle Sportgruppen für Brustkrebspatientinnen.

Sexualität

Brustkrebs und Sexualität – Offenheit und Mut sind gefragt. Die Brust ist für die meisten Frauen Ausdruck der eigenen Sexualität. Wie aber kann sich eine Frau noch attraktiv fühlen, wenn sie eine oder sogar beide Brüste verloren hat. Der Verstand sagt uns, dass Liebe und Sexualität nicht auf körperliche Attribute beschränkt ist, aber der selbstbewusste Umgang mit dem veränderten Körperbild fällt schwer.

Offene Gespräche mit dem Partner über Ängste, aber auch Wünsche können hier helfen. Sicher entstehen auch Fragen beim Partner: Besteht beim Sex die Gefahr der Ansteckung? Kann auch mir die Strahlentherapie oder Chemotherapie schaden? Wenn Sie unsicher sind, sollten diese und andere Fragen auch gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen werden, um Missverständnisse auszuräumen.

Die Amputation der Brust bedeutet nicht Verzicht auf Sexualität. Wichtig ist, sich mit dem neuen Körperbild auseinander zu setzen, zu lernen, es anzunehmen und selbstbewusst damit umzugehen. Die Normalität und Lust beim Sex nach der Therapie wird anders sein als vor der Erkrankung, aber das bedeutet nicht eine schlechtere Sexualität.