Nicht jeder Knoten bedeutet Brustkrebs

Nicht jede tastbare Veränderung der Brust ist bösartig. Jüngere Frauen bemerken häufig Veränderungen ihrer Brust, doch meist sind diese gutartige Fibroadenome (gutartige Geschwulste des Bindegewebes) oder mit Flüssigkeit gefüllte Zysten. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, mit zunehmendem Alter wächst, sollten auch jüngere Frauen auf eine genaue Diagnose nicht verzichten.

Gutartige Erkrankungen

Gutartige Erkrankungen der Brust können sich durch Veränderungen des Brustdrüsengewebes, Knoten, Entzündungen der Haut und der Brustwarze, Schmerzen oder durch verstärkte Milchsekretion aus der Brustwarze bemerkbar machen. Bei Veränderungen in oder an der Brust ist eine Untersuchung bei einem Frauenarzt sehr wichtig, um die Ursache herauszufinden und eine bösartige Erkrankung auszuschließen.

Häufige gutartige Erkrankungen:

  • Mastopathie: eine gutartige Veränderung des Brustgewebes, die meist auf hormonellen Schwankungen beruht
  • Mastodynie: Schmerzen in der Brust, die in der Regel kein Hinweis auf Krebs sind
  • Fibroadenom: einer der häufigsten gutartigen Knoten in der Brust, der aus Binde- und Drüsengeweben besteht
  • Mastitis: eine Entzündung in der Brust, die im Allgemeinen kein Risikofaktor für Brustkrebs ist
  • Milchgangpapillom: primär eine gutartige Wucherung im Milchgang, die oft zu Mehreren gleichzeitig auftreten kann und in fünf bis zehn Prozent bösartig sind
  • Zysten: eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase im Drüsenläppchen, die plötzlich entstehen kann, deren Ursachen aber nicht bekannt sind

Was ist eigentlich Krebs?

Mit der Bezeichnung „Krebs” fasst man eine ganze Reihe unterschiedlicher bösartiger Erkrankungen zusammen. Ihnen gemeinsam ist die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes. Was daraus entsteht, ist ein Tumor. Der Begriff „Tumor“ – das lateinische Wort für Schwellung – bezeichnet jede Art von Geschwulst, also sowohl bösartige wie gutartige. Beide Formen können in der Brust entstehen. Charakteristisch für bösartige Tumoren ist das ungeregelte, schnelle und zerstörende Zellwachstum. Die „entarteten“ Zellen können in gesundes Gewebe, in Blutbahnen und Lymphgefäße einwachsen und breiten sich von dort aus in andere Körperregionen aus. So entstehen die so genannten Metastasen, Tochtergeschwulste des ursprünglichen Tumors.

Brustkrebs bei Männern?

In seltenen Fällen werden auch Männer vom Brustkrebs betroffen: Auf etwa 100 Erkrankungen bei Frauen kommt eine bei einem Mann. In Deutschland wird die Diagnose jährlich einige hundert Mal gestellt. Die Diagnose und Behandlung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie bei Frauen.

Chance auf Heilung

Früher operierte man bei Brustkrebs sehr radikal, meist mit der Entfernung der Brustdrüse und des Brustmuskels. Heute weiß man, dass auch ein weniger radikales Vorgehen bis hin zur brusterhaltenden Therapie zusammen mit den entsprechenden Begeleitbehandlungen zum Erfolg führen kann. Sollte aufgrund der Erkrankung doch eine Entfernung der Brust notwendig sein, wird heute häufig bereits beim ersten operativen Eingriff die Brust rekonstruiert.

Nach der Operation werden in der Regel weitere Therapieformen notwendig, die Ihr behandelnder Arzt jedoch mit Ihnen absprechen wird. Dank der Fortschritte in der Medizin können heute viele der gefürchteten Nebenwirkungen in der Nachbehandlung wie Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie oder Verbrennungen bei der Strahlentherapie weitgehend vermieden werden.