Entwicklung und Aufbau der Brust

Entwicklung der Brust

Die Entwicklung der Brust beginnt bereits im Mutterleib. Schon ein weiblicher Embryo im Alter von sechs Wochen entwickelt Brustgewebe. Dieses sitzt entlang zweier so genannter Milchleisten, die sich im Laufe der weiteren Entwicklung wieder zurückbilden. Nur im Bereich des Brustkorbes wächst das Brustgewebe dann weiter.

Wenn die Pubertät beginnt, setzt sich die Entwicklung fort. Die Brüste beginnen zu wachsen. Das kann jucken oder auch ein wenig schmerzen. Bei Jungen kommt manchmal eine Gynäkomastie vor. Das bedeutet, dass der Junge aufgrund der hormonellen Umstellung weibliche Brüste bekommt. Gewöhnlich bildet sich die Brust aber nach ein oder zwei Jahren wieder zurück.

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Aufbau der Brust

Mit dem Wort „Brust“ bezeichnet man ganz allgemein den oberen Teil des Körpers mit den darin liegenden Organen, genauer gesagt also den Brustkorb. Die weibliche Brust (lateinisch „mamma“, daher auch „Mammographie“) besteht aus Drüsen-, Binde- und Fettgewebe. Die Brust selbst hat keine Muskeln, sie liegen hinter der Brustdrüse auf dem Brustkorb auf. Das Drüsengewebe besteht aus den so genannten Drüsenläppchen und Milchgängen. Es ist annähernd sternförmig um die Brustwarze angeordnet, die Milchgänge, ca. 15 auf jeder Seite, laufen auf die Brustwarze zu und münden dort nach außen. Die Bindegewebsanteile machen die Brust elastisch und zugleich fest. Zwischen Drüsen- und Bindegewebe ist Fettgewebe eingelagert, dessen Menge und Verteilung die Größe und das Aussehen der Brust bestimmen.

Die Blutversorgung der Brustdrüse erfolgt über Gefäße von der Achselhöhle und vom Brustbein aus. Neben den Blutgefäßen durchziehen auch Lymphbahnen die Brust. Sie enthalten eine farblose Flüssigkeit, die Lymphe, mit der Abbaustoffe aus dem Gewebe abtransportiert werden. In das Lymphgefäßsystem sind Lymphknoten eingebaut. Sie dienen als „Filter“, den körperfremde Substanzen, Bakterien und Viren und – im Falle einer Krebserkrankung – auch Tumorzellen passieren müssen. Ansammlungen von Lymphknoten finden sich in der Achsel, entlang des Brustbeins und oberhalb des Schlüsselbeins. Normalerweise sind Lymphknoten etwa erbsengroß, weich und nicht tastbar. Bei Entzündungen und auch bei Befall durch Tumorzellen können sie größer werden und verhärten.

Das Brustdrüsengewebe reagiert empfindlich auf das zyklische Auf und Ab der weiblichen Geschlechtshormone, vor allem der Östrogene und Gestagene (Progesteron, Gelbkörperhormon). Kurz vor der Monatsblutung schwillt unter Hormoneinfluss das Gewebe zwischen den Drüsenläppchen an, und es kann zu knotigen Veränderungen oder Spannungsgefühlen in der Brust kommen. Nach der Regelblutung wird die Brust wieder weicher. 

Um den Ort einer Veränderung in der Brustdrüse angeben zu können, wird die Brust schematisch in vier Quadranten oder Viertel eingeteilt. Diese Quadranten werden nach ihrer Lage bezeichnet, also oben/innen, oben/außen usw. Die meisten bösartigen Tumoren wachsen im äußeren oberen Quadranten zwischen Schlüsselbein und Achselhöhle. Üblich ist außerdem die Bezeichnung nach den Uhrzeiten, bezogen auf die liegende Frau. „12 Uhr“ bedeutet also von der Brustwarze aus in Kopfrichtung senkrecht nach oben. Zusätzlich wird die Entfernung von der Brustwarze angegeben.